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Rast- vs. Momenttaster: Wie sich Schalttafelkonstrukteure tatsächlich entscheiden

Jeder Entwickler von Bedienfeldern hat diese Entscheidung schon dutzende Male getroffen. Man entwirft ein Bedienfeld, muss einer Taste eine Funktion zuweisen, und schon stellt sich die Frage: Rastfunktion oder Momentfunktion? Die meisten Artikel beantworten dies mit einer Definition – bei der Rastfunktion bleibt die Taste in der eingestellten Position, bei der Momentfunktion springt sie zurück. Was seltener beschrieben wird, ist der eigentliche Entscheidungsprozess: nicht nur, was die einzelnen Schalter bewirken, sondern was die Wahl in der Praxis bestimmt.

Der entscheidende Unterschied, einmal auf den Punkt gebracht

A Momenttaster Er ist nur aktiv, solange er gedrückt wird. Lässt man ihn los, kehrt er in seine Ausgangsposition zurück. Ein rastender Drucktastenschalter wechselt bei jedem Druck den Zustand und behält diesen bei, bis er erneut gedrückt wird. Das ist der mechanische Unterschied. Alles andere ergibt sich daraus.

Die eigentliche Frage: Wer kontrolliert den Staat?

Hier ist der Ansatz, der bei der Auswahl tatsächlich hilft: Wer oder was ist für die Aufrechterhaltung des Schaltkreiszustands verantwortlich?

Mit einem Momentanschalter, wobei der Bediener den Zustand durch Gedrückthalten der Taste aufrechterhält oder das Steuerungssystem – ein Relais, eine SPS, ein Schütz – diesen nach Empfang des Momentansignals aufrechterhält. Die Taste selbst verfügt über kein Speicher.

Bei einem Rastschalter behält der Schalter selbst den Zustand bei. Der Knopf dient als Speicher.

Das ist wichtiger, als es zunächst klingt. Bei der Motorsteuerung besteht die Standardarchitektur aus einem Momenttaster „START“, der ein Schütz erregt, das sich dann über seinen eigenen Hilfskontakt selbst verriegelt. Bei einem Stromausfall und der anschließenden Wiederherstellung der Stromversorgung läuft der Motor nicht automatisch wieder an. Ein in der Position „ON“ verbleibender Rasttaster würde den Motor bei Wiederherstellung der Stromversorgung neu starten – was in den meisten industriellen Umgebungen eine Gefahr darstellt. Dies ist ein Grund dafür, dass Momenttaster in Motorsteuerungsschalttafeln vorherrschen, obwohl Rasttaster auf den ersten Blick einfacher erscheinen.

Wo Drucktaster mit Rastfunktion Zugehörigkeit

Rastschalter sind die richtige Wahl, wenn die Funktion unabhängig vom Steuerungssystem ist – beispielsweise eine lokale Schalttafelbeleuchtung, ein interner Lüfter oder eine Zusatzsteckdose. Sie eignen sich auch gut, wenn der Zustand des Schalters und der Zustand der Maschine identisch sind und ein beleuchteter Rastschalterkopf beides gleichzeitig anzeigen kann. Anwendungen zur MODUSWAHL wie „Manuell/Automatik“ oder „Lokal/Fernsteuerung“ eignen sich besonders gut: Die Position des Tasters selbst zeigt den aktiven Modus an, ohne dass eine separate Anzeige erforderlich ist.

Drucktaster mit Rastfunktion

Wo Moment-Drucktaster Zugehörigkeit

Momentanschalter decken den Großteil der Funktionen in industriellen Schalttafeln ab. START- und STOP-Befehle stützen sich auf die Logik von Schützen oder SPS, um den Zustand nach dem Momentanschaltvorgang zu verarbeiten. JOG- und INCH-Funktionen erfordern per Definition einen Momentanschaltvorgang – die Maschine bewegt sich nur, solange die Taste gedrückt gehalten wird. RESET-Funktionen senden einen kurzen Impuls und sind damit abgeschlossen. Digitale SPS-Eingänge sind in der Regel flankengesteuert, weshalb Momentanschalter die naheliegende Wahl sind.

Not-Aus-Schalter stellen einen Sonderfall dar. Sie verfügen über einen Pilzkopf, der durch Drehen oder Ziehen entriegelt wird – die Verriegelung erfolgt mechanisch, doch die Entriegelung erfordert eine bewusste Zusatzhandlung und nicht einfach ein erneutes Drücken derselben Taste. Dies unterscheidet sie von herkömmlichen Verriegelungstastern.

 Moment-Drucktaster

Die Frage nach dem beleuchteten Knopf

Bei einer kurzzeitig leuchtenden Taste zeigt die LED einen externen Schaltkreiszustand an – Motor läuft, Spannung liegt an, Fehler liegt vor –, unabhängig davon, ob die Taste gedrückt wird oder nicht. Bei einer rastenden, beleuchteten Taste kann die LED so verdrahtet werden, dass sie den Rastzustand selbst anzeigt.
Die Frage lautet: Soll die Kontrollleuchte anzeigen, was die Taste tut, oder was die Maschine tut? Bei den meisten industriellen Bedienfeldern möchte man wissen, was die Maschine tut. Deshalb sind separate Kontrollleuchten neben Momenttasten nach wie vor Standard. Die Kontrollleuchte spiegelt die Realität wider; die Taste sendet Befehle.

Häufige Fehler

Wird aus Sicherheitsgründen ein Rasttaster anstelle eines Momenttasters verwendet – beispielsweise für eine Jog-Funktion oder eine „Hold-to-Run“-Schaltung –, läuft die Maschine weiter, sobald der Bediener den Taster loslässt.

Wird ein Momenttaster für eine Funktion verwendet, bei der der Zustand beibehalten werden muss, ohne dass ein Relais oder eine SPS den Stromkreis schließt, bleibt die Funktion nach dem Loslassen des Tasters nicht aktiv.

Verwechslung von Schaltertyp und Kontaktart. Ein Rastschalter kann NO- oder NC-Kontakte haben. Das gilt auch für einen Momentanschalter. Dabei handelt es sich um voneinander unabhängige Eigenschaften. Der Schaltertyp beschreibt, was mechanisch nach dem Drücken geschieht. Die Kontaktart beschreibt den elektrischen Zustand im Ruhezustand.

Kurzanleitung zur Auswahl

Motor START: Kurzzeitbetätigung – Schütz hält den Zustand selbstständig aufrecht
Motor-STOP: Kurzzeitig – unterbricht die Dichtung des Schützes
JOG / INCH: Momentan – per Definition „Halten zum Betrieb“
RESET: Kurzzeitig – nur Impulssignal
LOKAL-/FERN-Modus: Verriegelung – Der Status muss beim Drücken der Taste beibehalten werden
MAN-/AUTO-Modus: Rastfunktion – sichtbarer Status an der Taste ist nützlich
Blinkleuchte / Lüfter: Verriegelung – einfache eigenständige Schaltung
Not-Aus: Entriegelung durch Drehen oder Ziehen – kein herkömmlicher Verriegelungsknopf
Digitaler Eingang der SPS: Momentan – Flankenerkennung, keine Zustandserhaltung erforderlich

Was dies für die Beschaffung bedeutet

Bei der Auswahl von Drucktastern für einen Schaltschrankbau oder ein OEM-Produkt sollte die Entscheidung zwischen Rast- und Momenttastern bereits getroffen sein, bevor Sie sich die Katalogseiten ansehen. Sobald Sie wissen, welche Funktionen welchen Typ erfordern, ergeben sich die übrigen Auswahlkriterien – Kontaktkonfiguration, Kopfprofil, Beleuchtung, IP-Schutzart, Farbe – ganz von selbst.

Bei ACXION, Wir fertigen sowohl Rast- als auch Moment-Druckschalter in flacher und erhabener Ausführung, mit und ohne Beleuchtung, in Standard-Kontaktanordnungen. Beide Typen basieren auf demselben modularen Rahmen- und Kontaktblocksystem, sodass Sie für Ihre gesamte Schalttafel eine einheitliche Rahmengröße verwenden und lediglich den Kopftyp sowie den Kontaktblock für die jeweilige Funktion variieren können. Senden Sie uns Ihr Schaltbild zu, und wir bestätigen Ihnen die passende Konfiguration.

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